Nachruf Dr. Willeitner

Foto von Dr. Willeitner

Dr. Hubert Willeitner ist tot. Am Samstag, den 14. Juli 2018 – dem 60. Hochzeitstag von Anneliese und Hubert — öffnete ihm der Herr die Tür zum Paradies. Hubert durfte zum himmlischen Gastmahl eintreten an der königlichen Tafel Platz nehmen, wo ihn der Herr bedient.

Hubert bemerkt, dass da ein Löffel fehlt und will aufstehen, ihn zu holen. Der Meister deutet ihm lächelnd an: „Bleib sitzen, Hubert, den Löffel hole ich. Hier gilt eine andere Ordnung.“ Als der Herr zurück kommt, staunt er über das lebhafte Gespräch, das Hubert in der kurzen Zeit in Gang gebracht hat. (Neuen und Neuem hat er sich immer offen gezeigt, dieser Hubert — denkt der Herr). Mit dem Banker zu seiner Rechten wird Hubert sich nun oft gut unterhalten, denn lange Jahre war er der 2. Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Der Kirchenmann aus dem Vatikan zu seiner Linken wollte schon längst aus berufenem Munde erfahren, wie in Deutschland die Arbeit eines Pfarrgemeinderates vor sich geht. Hubert gegenüber sitzt ein besorgter Vater, der an den zurückgelassenen Sohn denkt. Hubert sagt sich: „Dem Manne kann geholfen werden!” Als Firmkatechet hat er mit solchen Jugendlichen reiche Erfahrung, er wird mit dem Vater ein Gespräch führen — oder auch mehrere. Der Meister hat die Unterhaltung aufmerksam verfolgt und deutet Hubert mit einem Wimpernschlag an: „Den besorgten Vater übernehme ich — später. Dich bringe ich gleich ins Paradies — zu deinen geliebten Bäumen — Obstbäume sind es vor allem. Für dich ließ ich auch die Holzbibliothek ran schaffen — wie ihr sie im lnstitut habt — die gleiche — nicht dieselbe.”

Da muss Hubert doch lachen! Nachdem die festliche Tafel für heute aufgehoben ist, möchte Hubert gewohnheitsmäßig abräumen, aber es wird ihm verwehrt. „Nicht du“, sagt der Herr freundlich „immer und überall hast du geholfen — bei jedem Gemeindefest warst du der Letzte, weil alles blitzsauber sein sollte. Bei der Weinprobe des Dienstagskreises oder wenn der LKW für Litauen beladen war: immer hast du den Müll beseitigt, alles in Ordnung gebracht. Jetzt ist es damit vorbei. — Ich habe dir viel zu danken.“

Auch wir rufen dir ein großes Dankeschön nach und dazu die Bitte: „Vergiss uns nicht, auch wir behalten dir ein liebevolles Andenken!”

Schwester M. Myrta